Mein derzeitiger Fokus liegt auf abstrakten, konkret-konstruktivistischen Wandskulpturen mit einer unverwechselbar prägnanten Betonung der Raum-komponente, mit die Bildebene durchstoßenden, zum Teil den Bildrahmen sprengenden Raumkörpern. Klare, stufig abgestimmte Farben der eher monochromen Werke pointieren als konstruktivistisches Element Formen und Flächen im Raum, entweder kontrastierend oder harmonisierend zum Bildhintergrund.
Die Raumbilder der eher streng geometrischen Serie "Raumquadrate" animieren den Betrachter sich um ein Bild herumzubewegen, um die variante Dynamik der Komposition zu erfahren. Unterstützend hebt eine gezielte künstliche Beleuchtung mit Licht und Schatten auf Bildfläche, Wand und Raumkörper das komplexe Raumgefüge hervor. Titel wie Vierturm-Platz, Avenue oder Verkehrsadern erinnern an Architektur. Traditionelle Perspektiven werden verlassen. Eher "multi-perspektivisch" oder aus einem schnell fliegenden Objekt betrachtet, ich nenne es "pseudo-relativistisch", entsteht eine deformierte Architektur. Das Spannungsfeld zwischen Kunst, Architektur und Physik wird in einer PP-Präsentation verdeutlicht.
In meinem Projekt "Abbilder aus Natur und Technik" findet man eine erweiterte Formensprache der konstruktivistischen Kunst durch weiche, "organische" Raumelemente. Stilistische Übergänge von der Serie "Raumquadrate" hierhin finden sich in den Serien "Kompositionen von A-Z" und "Sternen-Impressionen".
Noch zum Abitur strebte ich einen künstlerischen Beruf, Architekt, an. Stattdessen studierte ich Physik, diplomierte darin, promovierte in Elektrotechnik, und arbeitete mehrere Jahrzehnte als Wissenschaftler und Manager in der Großindustrie. Heute, 45 Jahre später, wende ich mich als Autodidakt ganz der Kunst zu. Während ich als exakter Wissenschaftler zu neuen Erkenntnissen beitrug, versuche ich nun eine gesteigerte Erkenntnisfähigkeit, neue Sensibilität, neue Sichtweisen für Objekte aus Technik und Naturwissenschaft meiner beruflichen Vergangenheit zu erschließen, künstlerisch entfremdet, aber mit der Tendenz zu Klarheit, Kontrollierbarkeit und Ordnung.
Die Offensichtlichkeit meiner Bildinhalte, die erkennbare Assoziation zu Gegenständlichem der Werke ist neu, ja geradezu widersprüchlich zum traditionellen Konstruk-tivismus, der sich auf die Bedeutung von Form und Farbe beschränkt. Ich bringe hier den aus der Erkenntnistheorie stammenden Begriff "Post-Konstruktivismus" in die Kunst, der dort wie hier durch die Integration des Realismus in den Konstruktivismus zu erweiterten Interpretationen, Dimensionen führen wird.
Präsentation >> |